Dipl.Ing. Heinz Brockel
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Projektoren

   

Im Homecinemabereich haben sich in den letzten Jahren 3 Projektoren- typen etabliert: Röhrenprojektoren, DLP- und LCD - Projektoren.
Hier eine kurze Beschreibung, der unterschiedlichen Techniken und ihrer Vor - und Nachteile.
Der älteste aller Projektortypen ist die Röhre. Trotz oder gerade wegen ihres Alters eine sehr ausgereifte Technik, die sich in den letzen Jahren hauptsächlich durch den Einsatz von modernen Linedoublern weiter- entwickelt hat. Ein Nachteil der Röhre ist die sehr aufwendige Installation, da dieser Bildwerfer nicht über Zoomobjektive verfügt, müssen die Farbkanonen manuell an der Leinwand ausgerichtet und deckungsgleich abgestimmt werden. Dies bedeutet, dass bei einer bestimmten Leinwanddiagonale ein fester Abstand vom Projektor zur Leinwand eingehalten werden muss. Die Installation sollte besser von einem Fachmann vorgenommen werden. Ein weiterer Nachteil der Röhre ist der relativ geringe Helligkeitswert, der meistens zwischen 150 und 300 ANSI-Lumen liegt. Nun kommen wir zu den Vorteilen dieser Technik. Die Röhre ist die wirtschaftlichste Variante des privaten Kinovergnügens. Durchschnittliche Lebensdauer eines Röhrensatzes liegt zwischen 10.000 bis 12.000 Betriebsstunden. Normale LCD- / DLP- Projektoren liegen zwischen 1500 und 3000 Betriebsstunden. Ein paar Ausnahmegeräte erreichen 6000 Stunden. Die Bildqualität der Röhre, vorausgesetzt man hat einen abgedunkelten Raum zur Verfügung, stellt immer noch ein Novum da. Sowohl Farbneutralität, Bildtiefe als auch der Schwarzwert, kann von keinem der beiden anderen Typen über- troffen werden. Ein weiterer Vorteil, ist die völlig problemlose Formatumstellung, egal ob 4:3 oder 16:9. Man sollte aber auf jeden Fall beim Kauf darauf achten, einen Projektor zu erwerben, der entweder schon einen Linedoubler integriert hat, oder aber die Möglichkeit bietet linegedoubelte Bilder wiederzugeben. Die Zeilenstruktur wird sonst deutlich sichtbar.

In den letzten Jahren sind LCD Projektoren die mit Sicherheit am meist verkauftesten Projektoren.
Die Technik beruht auf Flüssigkeitskristallen. Zwischen zwei Glasplatten befindet sich eine Flüssigkeit, die durch einen Lichtstrahl durchleuchtet wird. Diese Glasplatten bezeichnet man als Pannels.
Eine Glasplatte weist eine bestimmte Anzahl an Bildpunkten so genannten Pixel auf. Hier kommen wir zur Problematik der Auflösung bei LCD Beamern. Denn nur wenn die Pixelanzahl hoch genug ist, sind die Bildpunkte auf der Leinwand nicht sofort als grobes Raster zu erkennen. Die LCD Technik ist somit eine Kombination aus Chemie, Elektronik und Optik.
Die meisten LCD Projektoren besitzen 3 monochrome LCD Pannels denen eine Kombination aus dichriotischen Filtern vorgeschaltet ist. Diese Filter sorgen dafür, das nur bestimmte Wellenlängen des Lichtes hindurchgelassen werden. Durch die jeweilige Ansteuerung der Filter wird somit die Farbwiedergabe des Bildes realisiert.
Die Helligkeit wird sowohl bei der LCD, wie auch bei der DLP Technik mit Hilfe so genannter Metall-Dampf-Lampen erzeugt. Hier ist es möglich durch die entsprechende Auswahl des Leuchtmittels den Einsatzzweck des Gerätes im Vorfeld durch den Hersteller festzulegen. Projektoren für Präsentationen besitzen von vornherein stärkere Leuchtmittel . Der Nachteil wurde schon bei der Röhrentechnik erwähnt, die Leuchtmittel sind relativ teuer. Im Home Cinema Bereich greifen einige Hersteller auf die Möglichkeit der "Lampendrosselung" zurück um die Lebens- dauer deutlich zu erhöhen. Hier werden schon Werte von ca. 3000 Std. erreicht. Wo im Normalbetrieb gerade 1500 Std. möglich sind. Ein weiterer Nachteil ist der so genannte Schwarzwert. Da das LCD Pannel nicht in der Lage ist komplett zu sperren wird immer ein Restlichtanteil hindurch diffundieren, welches die Darstellung von schwarz unmöglich macht. Dadurch sind die relativ niedrigen Kontrastwerte der LCD -Technik zu erklären.
Die Vorteile dieser Technik liegen in der einfachen Handhabung. Keine aufwendige Konvergenzeinstellung . Durch die Zoomoptik kann der Projektor der Leinwandgröße schnell angepasst werden. Je nach Leuchtmittel ist das Gerät auch ohne Probleme in Tag hellen Räumen zu benutzen. Das LCD- Pannel besitzt einen weiteren Vorteil bei schnellen Bildern bzw. Kameraschwenks, hier erzeugt es keine "Nachzieher". Das Bild bleibt auch in diesen Situationen farbecht.

Seit den letzten Jahren findet eine Technik immer weiter Verbreitung, die von Texas Instruments entwickelt wurde, die so genannte DLP Technik (Digital Light Processing). Das Kernstück eines jeden Projektors ist ein Halbleiter- Chip, ein so genannter DMD - Chip (Digital Mircomirror Devices). Auf diesem Chip befinden sich tausende kleiner Microspiegel, die je nach eingehenden Daten gekippt werden können.
Die Spiegelchen haben zwei Möglichkeiten das auftreffende Licht zu reflektieren. Je nach Eingangsbefehl wird der Spiegel in Richtung Objektiv gekippt, welches das zu projezierende Bild auf die Leinwand wirft. Bei der zweiten Möglichkeit wirft der Spiegel das Licht auf eine schwarze Fläche, die es absorbiert. Da das Licht im Gehäuseinneren größtenteils assimiliert wird ist der Schwarzwert deutlich besser als bei der LCD -Technik. Ein weiterer Vorteil im Vergleich zur LCD - Technik ist der sehr geringe Spiegelabstand, dadurch ist beim sichtbaren Bild eine geringere Rasterung bei gleicher Auflösung erkennbar.
Bei der DLP -Technik werden die Farben durch ein rotierendes Farbrad erzeugt, das in drei bzw. sechs Segmente unterteilt ist (rot, grün, blau oder rot, grün, blau, rot, grün, blau). Da die Farben des Bildes nacheinander auf die Bildwand geworfen werden, kommt es bei den DLP -Bildwerfern oft zum "Regenbogeneffekt". Je nach Farbrad- partitionierung kann dieser extrem stark ausfallen und den Filmgenuss stören. Beim Kauf eines solchen Projektors sollte dieser Aspekt deshalb unbedingt beachtet werden. Vor allem bei schnellen Kameraschwenks und Bildbewegungen tritt bei dieser Art von Projektoren der "False-Contour-Effekt" ein, der sich durch Farbsprünge und Helligkeits- schwankungen an Konturen im Bild bemerkbar macht. Bei manchen DLP -Projektoren fällt akustisch die Farbradrotation als hoher Pfeifton auf. Auch hier gilt es beim Kauf diesen Aspekt zu prüfen.

Abschließend kann man auch hier wieder feststellen, dass es auf den jeweiligen Einsatzzweck und nicht zuletzt auf den Menschen ankommt welche Technik zu präferieren ist. Denn : Das Bild liegt im Auge des Betrachters . Jeder Mensch "sieht anders".
Daher ist auch unsere Philosophie, dass eine vernünftige Beratung nur dann stattfinden kann, wenn alle Gegebenheiten vor Ort bekannt sind und die individuellen Kundenwünsche sich im Gesamtkonzept wieder finden.

   
   
   
   
 

 

 

 
     

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