Welche räumlichen und akustischen Voraussetzungen sind für ein Surroundset erforderlich? Und wie weit lassen sich Verbesserungen durch individuelle Einmessung der Lautsprecher erzielen?
Der Idealfall wäre, dass die Informationen aller Kanäle möglichst unverfälscht von den Lautsprechern weitergegeben werden und auf dem Übertragungsweg "Raum" vom Lautsprecher zum Ohr nicht, oder nur nach definierten Bedingungen verändert werden. Die hier beteiligten Einflussgrößen werden als Raumakustik zusammengefasst. An dieser Stelle wollen wir einen kleinen Abstecher machen, der von entscheidender Bedeutung ist.
Abhängig von der akustischen Beschaffenheit eines Raumes kann eine Lautsprecherwiedergabe unausgeglichen und von Resonanzen überlagert sein. In typischen Wohnräumen gibt es meist zwei Hauptprobleme.
Die so genannten Eigenresonanzen des Raumes und einzelne reflektierende Flächen, wie Tische, Fensterscheiben, etc. An der Empfängerposition, sprich dem Hörplatz, kommt so eine Vielzahl reflektierter Anteile an, die zur Entstehung der Raumimpulsantwort führen. Im Frequenzbereich dargestellt, führen diese Schallanteile mit unterschiedlichen Laufzeiten zusammen mit dem Direktschall zu einem stark ausgeprägten Interferenzmuster.
Der eigentliche Lautsprecherfrequenzgang ist dabei kaum noch zu erkennen und wird von der absoluten dominanten Raumüber- tragungsfunktion überlagert.
An dieser Stelle wird klar wie wichtig es ist Reflektionen in einem Raum gezielt zu minimieren. Hier können wir durch Messungen die Schwachstellen des Raumes erkennen und meist durch sehr geringen Aufwand beseitigen, ohne dabei den Charakter des Raumes zu verändern.
Die zweite Problematik sind die Raumresonanzen, die sogenannten Eigenfrequenzen des Raumes. Als Beispiel:
Zwischen zwei Wänden im Abstand von 3,4 m bildet sich bei genau 50 Hz eine stehende Welle. Die zwei Druckmaxima bei 50Hz liegen genau eine halbe Wellenlänge entsprechend 3,4 m auseinander. In der Mitte befindet sich entsprechend ein Minimum. Dieser Effekt lässt sich leicht in jedem Raum nachvollziehen, wo tiefe Töne in der Nähe der Wände immer besonders laut sind, da hier alle Frequenzen ihr Maximum haben, und in der Mitte des Raumes die Basswiedergabe meist sehr schwach ausfällt, da hier die Druckminima liegen. Das führt auch hier wieder im Tieftonbereich zu Überhöhung und Einbrüchen im Frequenzgang. Je kleiner der Raum desto weiter ist der Frequenzbereich ausgedehnt. Die Problemlöser, die wir im Bassbereich nach unseren Messungen anbieten können, sind so genannte Basstraps oder Basstubes, die speziell auf die Resonanzfrequenzen des Raumes abgestimmt und innenarchitektonisch in den vorhandenen Raum integriert werden.
Die Ergebnisse, die wir durch diese Maßnahmen erzielen, gehen meist weit über die Erwartungen des Kunden hinaus.
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